Wenn man so weit reist, darf es auch schon mal etwas exotischer sein... Kulinarisch haben wir eine Menge neuer Speisen kennen gelernt - hier isst man mit Vorliebe Wildtiere aller Art: Kudu, Springbock, Impala und Zebra standen schon auf dem Speiseplan und schmeckten allesamt sehr gut (in etwa wie eine Mischung aus Rind und Hirsch). Aber das interessante Erlebnis war Dinner in einem Township Nähe der zweitgrößten Stadt, wo es traditionelle einheimische Küche gab: sehr guten Blattspinat (wenn auch etwas Knirschen wegen der Sandkörner darin ;), Eintopf mit allem vom Huhn inklusive Füssen, und Würmern vom Mopane-Baum. Letztere sahen auf Grund ihrer fast schwarzen Farbe "interessant" aus, haben aber erstaunlich gut geschmeckt (der Teller wurde aufgegessen :-) - leicht knusprig und innen saftig, das Experiment hat gelohnt. Zum Abschluss noch ein dort selbstgebauten "Whiskey", der auch nicht übel war - und sichergestellt hat, dass es am nächsten Tag keine ungewollten Nebeneffekte gab ;)
Diese Mopane-Bäume sind hier sehr häufig und haben neben Essenslieferung auch eine Menge weiterer Funktionen: einem der hier einheimischen Stämme dienen die Blätter als Medizin und das Holz wird zum Feuer entfachen verwendet, ein anderer nutzt die Samen als Parfüm und für Rituale des Erwachsen-Werdens... Hier lebt eigentlich nur mehr ein Stamm, zumindest teilweise, traditionell - das führt u.a. dazu, dass man in einen Supermarkt geht und plötzlich eine barfüßige barbusige Frau in traditioneller Haartracht und Kleidung den Einkaufswagen mit Cola drin an einem vorbei rollt, weil das hier wohl völlig normal ist. Damit die alte Lebensweise nicht ganz in Vergessenheit gerät, haben die Völker hier das Konzept der 'Living Museums', in denen sie - meist wirklich sehr liebevoll und engagiert - Interessierten ihre Kultur und Lebensweise näher bringen. Bei den San (uns besser bekannt als Buschmänner) hatte ich großen Spaß mit einer alten Dame bei meinem wohl nicht ganz so geschickten Versuch, ihre Arbeit zu machen - kleine Löcher in kleine Scheiben von Strausseneiern zu bohren... Faszinierend ist auch die Klicksprache, die hier mehrere Stämme haben - ich bringe nicht einmal annähernd solche Töne heraus ;-) Olfaktorisch etwas anstrengender als die San ist der Stamm der Himba (das sind jene, die tatsächlich noch ihr traditionelles Leben leben) - dort waschen sich die Frauen nie, sondern reiben sich mit verschiedenen Pasten ein und "räuchern" sich und ihre Röckchen für die tägliche Hygiene. Naja, jedem das seine... ;-)
Landschaftlich ist es hier auch nach den roten Dünen der Namib sehr interessant und viel abwechslungsreicher als erwartet: wir haben spektakuläre Steinwüsten und Nebeldünen (wo sich die kleinen Wüstenbewohner wie Spinnen, Geckos und Schleichen von der Luftfeuchtigkeit der Nebelschwaden des nahen Atlantik zehren) erlebt, unwirkliche Felsformationen mit rund geschliffenen "Wackelsteinen" und an den Ayers Rock erinnernde Monolithen (wo es auch sehr schön zum Wandern war), staubend trockenen Landstrichen und Pfützen vom Gewitter in der Nacht zuvor, bis hin zu einer riesigen Salzpfanne, die in der Sonne wie ein Ozean geglänzt hat. Langweilig war es uns also noch keineswegs :)
Liebe Grüße
Irmgard & Ramin
Echt tolle fotos!!! Fahrt ihr mit dem auto eigentlich alleine herum?
AntwortenLöschenDanke!
LöschenNein, wir sind mit Driver/Guide unterwegs, das ist für uns wesentlich entspannter so und wir können uns auch mehr aufs Beobachten konzentrieren :-)